- Details
Stillen ist seit 300 Millionen Jahren die Nahrungsform für Babys, aufgrund dessen hat sie keine Vorteile gegenüber Nichtstillen, denn Nichtstillen hat zahlreiche Nachteile. Welche positiven Eigenschaften das Stillen auf dich und dein Baby hat kannst du hier nachlesen:
Bei deinem Baby:
- häufiges Stillen im Wochenbett reduziert das Risiko einer Neugeborenengelbsucht
- voll gestillte Kinder leiden durch den einzigartigen Immunschutz der Muttermilch unter anderem deutlich weniger an Durchfallerkrankungen, Atemwegsinfekten, Mittelohrentzündungen und Harnwegsinfekten und werden nicht so oft ins Krankenhaus eingewiesen.

- Risiko des plötzlichen Kindstodes (SIDS) ist deutlich verringert.
- gestillte Kinder bekommen seltener entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn. Kauen sie – in kleinsten Mengen – das erste Brot, während sie noch gestillt werden, sinkt ihr Risiko, an Zöliakie zu erkranken.
- späteres Diabetes und Krebsformen treten bei diesen Kindern weniger auf
- durch das Saugen an der Brust begünstigt sich die Entwicklung im gesamten Mund: eine durch das Stillen unterstützte Mundmuskulatur erleichtert das Sprechenlernen.
- neueste Forschungen sagen: Gestillte Kinder haben eine deutlich positive Beinflussung der intelektuellen Entwicklung.
- durch das Hormon Leptin wird dem kindlichen Körper signalisiert, wenn es satt ist: die Gefahr der Magenüberdehnung sinkt, und damit die Gefahr von Adipositas und Übergewicht.
- Allergieprävention durch das Stillen: 6 Monate vollstillen und danach Beikost mit Muttermilch (Stichwort weiterstillen!).
bei Dir als Mutter:
- Mutter-Kind-Bindung wird gefördert
- Stillen fördert die Rückbildung der Gebärmutter durch Ausschüttung von Oxytocin, reduziert die Blutungsgefahr nach der Geburt und verzögert oft das einsetzen der Monatsblutung.
- beruhigende Wirkung auf die Mutter durch Hormone
- Risiko von Osteoporose, Brust- oder Eierstockkrebs sind verringert. Das Brustkrebsrisiko sinkt pro gestilltem Jahr um 15 %!
bei euch als Familie:
- Muttermilch ist immer ideal temperiert, von außen keimfrei und ausreichend vorhanden
- ein wesentlicher Faktor an finanziellen Mitteln wird eingespart
- Langzeitfolgen des Nicht-Stillens sind in der Epigenetik bislang nur wenig erfroscht
Muttermilch ist eine geniale Komposition der Natur, die dem Kind den idealen gesundheitlichen und geistigen Mix bietet. Doch auch Du als Mutter profitierst davon - Stillen gibt Dir ein gutes Gefühl, ist praktisch und langfristig profitieren Still-Mütter, indem sie seltener Brustkrebs bekommen. Doch zu all diesen reinen Fakten hat das Stillen auch noch einen Aspekt, der einfach wunderschön ist: Es knüpft ein einzigartiges Band zwischen Mutter und Kind, durch das sich beide geborgen, geliebt und behütet fühlen können.
- Details
Per Definitiion ist eine Saugverwirrung ein vorübergehendes oder dauerhaftes falsches Saugen eines Säuglings an der Mutterbrust mit der Folge, dass das Stillen nicht erfolgreich ist. Erstmals wissenschaftlich beschrieben wurde dieses Phänomen 1995 von Marianne R. Neifert vom Rose Medical Center in Denver/USA.
Doch gibt es diese "Saugverwirrung" überhaupt? Es können schließlich zahlreiche Babys zwischen Schnuller, Flasche und Brust wechseln ohne damit ein Problem zu haben. Als Stillberaterin kenne ich diese Fälle, in denen es tatsächlich problematisch ist. Bei etwa 20% der Baby können Schnuller, Flasche, Brusthütchen und sogar Finger Schwierigkeiten hervorrufen.
Stillen und am Schnuller saugen sind zwei komplett unterschiedliche Techniken und erfordern die Koordination verschiedener Bewegungen und Muskeln. Das Saugverhalten an der Flasche ist vollkommen anderes als an der Brust: Der Mund ist nicht so weit geöffnet, die Zunge muss keine Bewegung durchführen, sondern nur gegen den harten Gaumen drücken, um an die Flüssigkeit zu gelangen. Weiterhin wird im Mund ein starkes Vakuum aufgebaut, ähnlich wie beim Saugen an einem Strohhalm, die Wangen sind auch eingezogen. Hat der Sauger ein großes Loch, muss sich das Kind kaum anstrengen, um satt zu werden.
Aus diesem Grund geraten manche Babys durcheinander, wenn beides zeitgleich angeboten wird. In diesen Fällen spricht man von einer Saugverwirrung. Diese kommt zwar nicht bei allen Stillkindern vor, denen ein Schnuller angeboten wird, aber wenn das Problem auftritt, wird es schwer, die Kleinen wieder an die Brust zu gewöhnen.
Die stillende Mutter merkt es daran, dass das Stillen schmerzhafter wird und das Kind die Brustwarze nicht mehr richtig fassen kann. Auch ein komplettes Verweigern der Brust kann die Folge sein. Das Baby hat Probleme das Saugmuster des künstlichen Saugers mit dem der Brust zu kombinieren. In vielen Fällen kann sich das Stillen problemlos wieder einspielen, es ist jedoch nicht selten ein mühsamer Weg, der von der Mutter abverlangt wird.
Die beste Vorsorge gegen eine Saugverwirrung ist also tatsächlich, in den ersten Tagen und Wochen komplett auf künstliche Sauger zu verzichten. Sollten Stillprobleme nach dem Kunstsaugergebrauch auftreten, ist auf jeden Fall die Hilfe der Hebamme oder einer Stillberaterin sinnvoll – eine gute Stillberatung ist in dieser Zeit eine wichtige Unterstützung.
Es gibt auch Fälle wo das Baby bereits viele Wochen alt ist und plötzlich Probleme auftreten können: Die Brust wird wund oder das Baby verweigert die Brust. Hierbei kann es sich um eine Saugverwirrung handeln, es können aber auch andere Probleme dahinter stecken. In diesem Fall kannst du dich an deine Hebamme wenden - sie kann dir in deiner gesamten Stillzeit weiterhin mit Rat zur Seite stehen.
- Details
Eine Starke Bindung zwischen deinem Baby und dem Vater ist die beste Grundlage für die zukünftige Beziehung von Beiden. Genau wie bei dir wächst der Vater allmählich in seine Elternrolle hinein.
Für euer Baby bist du für die Nahrung zuständig, durch das Stillen gehst du der natürlichsten Form der Ernährung nach. Für den Vater gibt es viele weitere Möglichkeiten, eurem Baby nahe zu sein: durch wickeln und baden, oder Tragen in einem Tragetuc
h oder der Tragehilfe. Das schafftdir Zeit für dich. Auch ein Bad zusammen mit dem Baby, Haut zu Haut- Kontakt tun dem Vater und eurem Baby gut und stärkt so das Band zwischen beiden.
Gerade in der ersten Zeit mit Baby kann dein Mann viel dazu beitragen, das deinen Wünschen Gehör geschenkt wird. Hilfe beim Haushalt, Einkaufen und weiteren Verpflichtungen werden mit Sicherheit dankend und wertschätzend angenommen. Diese Erleichertung und Wertschätzung kann die Beziehung zwischen euch als Paaar auf Dauer stärken. Auch Anerkennung und Ermuting zum Stillen stärkt die Beziehung.
Helfe deiner Frau, ermutige Sie, halte ihr den Rücken frei, versorge Sie mit Essen und trinken. Ermunter sie eine Stillgruppe zu besuchen, wo sie sich unter Gleichgesinnten austauschen kann.
Beim Essen ist es toll, wenn das Essen klein geschnitten wird, wenn das Baby direkt beim Essen stillen mag. Auch ein belegtes Brot zeigt von hoher Aufmerksamkeit und halten die Beziehung in der Anfangszeit aufrecht und stärken Sie.
Erholungspausen nach einem langen Tag mit Baby tun jeder Frau gut: eine halbe Stunde Zeit nur für sich zu haben, Kraft tanken und viele Sorgen sind danach wie weggeblasen. Das Baby lernt so recht gut, dass es auch ohne Mama mal gut gehen kann.
Väterliche Einschränkungen können schwer fallen, jedoch langfristig gesehen tut der engagierte Einsatz der Beziehung zur Frau und dem Baby gut: Die Familie kann bestehen und fühlt sich wohl.
- Details
Stillen mit Flach- und Hohlwarzen 
Das Wichtigste vorweg: flache oder eingezogene Brustwarzen sind nicht ungewöhnlich, und viele Frauen können damit problemlos stillen. Ist das Baby gut angelegt, so hat es nicht nur die Brustwarze im Mund, sondern auch einen beträchtlichen Teil des Warzenvorhofs.
Häufig wird Frauen im Falle von Flach- oder Hohlwarzen standardmäßig zur Verwendung von Stillhütchen geraten. Mit Stillhütchen sind jedoch verschiedene Nachteile verbunden, so dass sie nur in besonderen Fällen angezeigt sind und nur nach Beratung verwendet werden sollten. Die Beurteilung erfolgt im Idealfall durch eine ausgebildete und erfahrene Stillberaterin.
Die Nachteile von Stillhütchen sind: Verminderung der Milchmenge, keine ausreichende Leerung der Brust, Einfluss auf das Saugverhalten, Neigung zu Milchstaus, die Infektiongefahr ist erhöht.
Beim Vorliegen von Flach- oder Hohlwarzen ist es empfehlenswert, das Stillen entspannt und sorgfältig anzugehen, insbesondere auf eine saubere Anlegetechnik zu achten. Die Brustwarze kann durch manuelle Stimulation oder durch einen kalten Waschlappen direkt vor dem Anlegen zum Heraustreten gebracht werden und dem Baby so das Saugen erleichtern.
- Details
Kolostrum ist eine gelbliche, dickflüssige Anfangsmilch, die Deinem Baby direkt nach der Geburt einige Tage zur Verfügung steht und reich an Proteinen, Mineralien und Vitaminen ist. Das Kolostrum wird ideal angepasst auf die Magengröße Deines Babys in geringen Mengen produziert und ist absolut ausreichend und sättigend für die Zeit, bis Dein Milcheinschuss stattfindet.
Vorteile des Kolostrums
Kolostrum ist eine vielseitige Nahrung, die Deinem Baby und Dir den Start ins gemeinsame Leben erleichtert:
- Kolostrum regt die Darmtätigkeit Deines Babys an, so dass es schneller das Mekonium ausscheiden kann und besser vor Gelbsucht geschützt ist.
- Kolostrum enthält eine Vielzahl von Antikörpern, die Dein Baby gegen die verschiedensten Infektionen schützen können.
- Kolostrum legt sich wie ein Schutzfilm über die noch unreife Schleimhaut des Darms Deines Babys.
- Der Darm Deines Babys wird mit gesunden Bakterien besiedelt, Kolostrum unterstützt die Ausbildung eines vielfältigen und gesunden Mikrobioms und legt so den Grundstein für eine gesunde Darmflora.
Was bedeutet das für Dich und Dein Baby?
- Das Kolostrum ist eine wichtige Nahrung für Dein Neugeborenes. Auch wenn Du eigentlich nicht stillen willst ist meine Empfehlung: biete Deinem Kind in den ersten beiden Tagen diese wichtige Nahrung an, als lebenslange Grundlage für ein gesundes Immunsystem und eine ausgeglichene Darmflora.
- Lege Dein Baby direkt nach der Geburt an. Es kann sein, dass du das Gefühl hast, dass eigentlich keine Milch kommt und Dein Baby „trocken stillt“. Kolostrum wird nur in geringen Mengen produziert und ist dickflüssig. Behalte im Hinterkopf, dass diese Nahrung für Dein Baby und seinen winzigen Magen komplett zufriedenstellend und sättigend ist.
- Stille Dein Baby in den Tagen nach der Geburt mindestens acht Mal in 24 Stunden, damit es ausreichend Kolostrum erhält. Häufiges Stillen bereitet eine gute Milchproduktion ab dem Milcheinschuss vor und gestaltet den Übergang von Kolostrum zur Muttermilch sanfter für Dich.
- Dein Baby darf nach der Geburt bis zu 10% seines Geburtsgewichts abnehmen, ohne dass weitere Maßnahmen ergriffen werden müssen. Das Geburtsgewicht Deines Babys kann sich u.U. durch Infusionen, die Du während der Geburt erhalten hast, erhöhen (durch Flüssigkeitseinlagerungen), so dass dieser Wert verfälscht werden kann. Behalte dies im Hinterkopf bei der Beurteilung.
Das Kolostrum wird bereits ab Mitte der Schwangerschaft gebildet. Es kann sein, dass bereits vor der Geburt etwas Kolostrum aus der Brust austritt, dies ist kein Grund zur Besorgnis.
Beitragsbild: tiagozr, fotolia.com