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Beckenboden und Atmung – Warum dein Zwerchfell dein stärkster Trainingspartner ist
Viele Menschen verbinden den Beckenboden vor allem mit gezielten Anspannungsübungen. Tatsächlich arbeitet er jedoch niemals allein. Mit jedem Atemzug bewegt er sich gemeinsam mit dem Zwerchfell und bildet zusammen mit deiner tiefen Bauch- und Rückenmuskulatur ein perfekt abgestimmtes Stabilitätssystem.
Gerade nach einer Schwangerschaft, bei einer Rektusdiastase, nach der Geburt oder bei Beschwerden wie Urinverlust, einem Druckgefühl im Becken oder Rückenschmerzen spielt dieses Zusammenspiel eine entscheidende Rolle.
Wenn du bereits mit deiner Rückbildung begonnen hast, kennst du wahrscheinlich klassische Übungen für den Beckenboden. Doch ohne die richtige Atmung kann selbst das beste Training sein Potenzial nicht vollständig entfalten. Deshalb ist das Zusammenspiel von Atmung, Zwerchfell und Beckenboden ein wichtiger Bestandteil einer nachhaltigen Rückbildung.
Was ist das Zwerchfell?
Das Zwerchfell ist unser wichtigster Atemmuskel. Es trennt Brust- und Bauchraum und arbeitet völlig automatisch – etwa 20.000 Mal pro Tag.
Bei der Einatmung zieht sich das Zwerchfell zusammen und senkt sich nach unten. Dadurch entsteht Platz für die Lunge und Luft kann einströmen.
Beim Ausatmen entspannt sich das Zwerchfell wieder und bewegt sich nach oben.
Diese scheinbar einfache Bewegung beeinflusst gleichzeitig den Druck im gesamten Bauchraum und damit auch deinen Beckenboden.
Der Beckenboden arbeitet im gleichen Rhythmus
Viele Frauen sind überrascht, wenn sie erfahren, dass sich der Beckenboden bei jedem Atemzug mitbewegt.
Bei der Einatmung
- senkt sich das Zwerchfell
- der Bauchraum erweitert sich
- der Beckenboden gibt sanft nach
Bei der Ausatmung
- hebt sich das Zwerchfell
- die tiefe Bauchmuskulatur aktiviert sich
- der Beckenboden spannt sich automatisch leicht mit an
Dieses natürliche Zusammenspiel bildet die Grundlage für eine stabile Körpermitte.
Wenn du lernen möchtest, deinen Beckenboden gezielt wahrzunehmen und zu kräftigen, findest du in unserem Artikel Beckenbodentraining in der Schwangerschaft viele praktische Übungen.
Stell dir deinen Rumpf wie eine Getränkedose vor

Eine einfache Vorstellung hilft, die Funktion deiner Körpermitte besser zu verstehen.
Stell dir deinen Rumpf wie eine Getränkedose vor.
- Deckel: Zwerchfell
- Boden: Beckenboden
- Vorder- und Seitenwand: tiefe Bauchmuskulatur
- Rückwand: tiefe Rückenmuskulatur
Alle vier Bereiche arbeiten zusammen und bilden ein stabiles Drucksystem.
Ist ein Bereich geschwächt – beispielsweise nach einer Schwangerschaft oder Geburt –, müssen die anderen Strukturen mehr Arbeit übernehmen. Genau deshalb reicht es häufig nicht aus, ausschließlich den Beckenboden zu trainieren.
Was bedeutet Druckmanagement?
In der Physiotherapie beschreibt Druckmanagement die Fähigkeit des Körpers, den Druck im Bauchraum gleichmäßig zu verteilen.
Dieser Druck entsteht ständig – nicht nur beim Sport.
Zum Beispiel beim:
- Husten
- Niesen
- Lachen
- Aufstehen
- Heben
- Tragen
- Treppensteigen
- Spielen mit deinem Baby
Druck ist dabei grundsätzlich nichts Negatives. Entscheidend ist vielmehr, wie dein Körper damit umgeht.
Was passiert bei schlechtem Druckmanagement?
Kann der Druck nicht gleichmäßig verteilt werden, sucht er sich den Weg des geringsten Widerstands.
Dadurch kann er verstärkt auf den Beckenboden oder die Bauchwand wirken.
Mögliche Folgen sind:
- Druckgefühl im Becken
- Belastungsinkontinenz
- Beckeninstabilität
- Rückenschmerzen
- Beschwerden bei einer Rektusdiastase
- ein Schweregefühl nach längerem Stehen
Besonders nach Schwangerschaft und Geburt ist dieses Stabilitätssystem häufig noch geschwächt.
Wenn du zusätzlich unter einer Rektusdiastase nach der Schwangerschaft leidest, kann ein angepasstes Training helfen, deine Körpermitte wieder funktionell aufzubauen.
Warum Luftanhalten problematisch sein kann
Viele Menschen halten bei Belastungen automatisch die Luft an.
Zum Beispiel beim:
- Hochheben des Babys
- Tragen der Babyschale
- Einkäufe tragen
- Krafttraining
- Aufstehen vom Boden
Dadurch steigt der Druck im Bauchraum deutlich an.
Dieser Druck wirkt häufig direkt auf den Beckenboden oder die Bauchwand.
Eine ruhige Ausatmung während der Bewegung unterstützt dagegen die natürliche Stabilität deines Körpers.
So unterstützt dich deine Atmung
Eine bewusste Atmung kann deinen Beckenboden bei jeder Bewegung unterstützen.
Probiere folgende Übung aus:
Lege eine Hand auf deinen Brustkorb.
Die andere auf deinen unteren Bauch.
Atme ruhig durch die Nase ein.
Spüre, wie sich Brustkorb und Bauch sanft ausdehnen.
Atme anschließend langsam durch leicht geöffnete Lippen wieder aus.
Stell dir vor, du pustest eine Kerze aus.
Ohne zu pressen.
Ohne den Bauch einzuziehen.
Während der Ausatmung aktiviert sich deine tiefe Körpermitte ganz natürlich.
Welche Rolle spielt die Atmung bei einer Rektusdiastase?
Nach einer Schwangerschaft ist die Bauchwand häufig geschwächt.
Viele Frauen versuchen deshalb, den Bauch möglichst stark einzuziehen.
Doch genau das erhöht häufig den Druck im Bauchraum.
Eine ruhige Ausatmung aktiviert dagegen die tiefe Bauchmuskulatur auf natürliche Weise und unterstützt die funktionelle Stabilität der Bauchwand.
Mehr Informationen findest du in unserem ausführlichen Beitrag Rektusdiastase – Ursachen, Symptome und Übungen.
So nutzt du die Atmung im Alltag
Die richtige Atmung hilft dir nicht nur während des Trainings.
Nutze sie bewusst beim:
- Hochheben deines Babys
- Tragen der Babyschale
- Anheben des Kinderwagens
- Einkäufe tragen
- Aufstehen vom Sofa
- Treppensteigen
- Husten oder Niesen
Merke dir dabei eine einfache Regel:
Vorbereiten – Ausatmen – Bewegen.
Gerade in der Rückbildung nach der Geburt kann dieses kleine Prinzip einen großen Unterschied machen.
Kleine Atemübung für jeden Tag
Setze dich bequem aufrecht hin.
Atme vier Sekunden ruhig durch die Nase ein.
Atme anschließend sechs Sekunden langsam wieder aus.
Während der Ausatmung stellst du dir vor, dass sich dein Beckenboden sanft nach innen hebt.
Nicht pressen.
Nicht maximal anspannen.
Nur begleiten.
Bereits zwei Minuten täglich können dein Körpergefühl deutlich verbessern.
Physiotherapeutischer Tipp
Aus physiotherapeutischer Sicht geht es nicht darum, den Beckenboden dauerhaft anzuspannen. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Aktivität und Entspannung.
Ein gut funktionierender Beckenboden kann sich situationsgerecht anspannen und anschließend wieder vollständig lösen. Erst dadurch kann er seine natürliche Stützfunktion erfüllen.
Deshalb gehören Atmung, Mobilisation und funktionelle Kräftigung immer zusammen.
Fazit
Ein gesunder Beckenboden beginnt nicht erst beim Training – sondern bei jedem Atemzug.
Wenn Zwerchfell, Bauchmuskulatur, Rückenmuskulatur und Beckenboden harmonisch zusammenarbeiten, kann dein Körper Belastungen besser ausgleichen und den Druck im Bauchraum optimal verteilen.
Ob während der Schwangerschaft, in der Rückbildung oder beim Wiedereinstieg in den Sport – die richtige Atmung ist ein wichtiger Baustein für eine stabile Körpermitte.
Möchtest du deine Körpermitte gezielt stärken? Dann empfehlen wir dir außerdem unsere Beiträge zu Sport nach der Geburt, Symphysenschmerzen in der Schwangerschaft, Mobilisation in der Schwangerschaft sowie unser MamaWorkout, mit dem du deine Rückbildung Schritt für Schritt unterstützen kannst.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Warum ist das Zwerchfell für den Beckenboden wichtig?
Das Zwerchfell und der Beckenboden bewegen sich bei jedem Atemzug gemeinsam. Dieses Zusammenspiel verbessert die Stabilität der Körpermitte und unterstützt ein gesundes Druckmanagement.
Kann falsches Atmen den Beckenboden belasten?
Ja. Häufiges Luftanhalten oder Pressen erhöht den Druck im Bauchraum und kann den Beckenboden stärker belasten – insbesondere nach einer Schwangerschaft oder bei einer bestehenden Beckenbodenschwäche.
Was bedeutet Druckmanagement?
Druckmanagement beschreibt die Fähigkeit des Körpers, den bei Alltagsbewegungen entstehenden Druck im Bauchraum kontrolliert zu verteilen. Eine ruhige Ausatmung unterstützt diesen Prozess.
Hilft die Atmung bei einer Rektusdiastase?
Ja. Eine kontrollierte Ausatmung aktiviert die tiefe Bauchmuskulatur auf natürliche Weise und unterstützt die Stabilität der Bauchwand. Sie sollte jedoch immer Teil eines individuell angepassten Trainingsprogramms sein.
Externe Quellen
- WHO – Empfehlungen zu körperlicher Aktivität während und nach der Schwangerschaft
- Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) – Empfehlungen zur Betreuung in Schwangerschaft und Wochenbett
- American College of Obstetricians and Gynecologists (ACOG) – Bewegung in Schwangerschaft und Wochenbett
- International Urogynecological Association (IUGA) – Informationen zu Beckenbodenfunktion und Beckenbodengesundheit
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Symphysenschmerzen in der Schwangerschaft – Ursachen, Übungen und was wirklich hilft
Die Schwangerschaft ist eine Zeit voller Veränderungen – und genau diese Veränderungen können manchmal Beschwerden mit sich bringen. Eine häufige, aber oft unterschätzte Begleiterscheinung sind Symphysenschmerzen. Viele Frauen verspüren plötzlich Schmerzen im Bereich des Schambeins oder Beckens und fragen sich, ob das normal ist.
Die gute Nachricht: Ja, Symphysenschmerzen sind häufig und in den meisten Fällen kein Grund zur Sorge. Mit dem richtigen Verständnis und gezielten Maßnahmen lassen sich die Beschwerden oft deutlich lindern.
Was sind Symphysenschmerzen?
Die Symphyse ist eine knorpelige Verbindung zwischen den beiden Schambeinknochen an der Vorderseite des Beckens. Während der Schwangerschaft sorgen Hormone wie Relaxin und Progesteron dafür, dass Bänder und Gelenke weicher werden. So kann sich das Becken auf die Geburt vorbereiten.
Bei manchen Frauen wird diese Lockerung jedoch stärker als nötig. Dadurch kann die Symphyse gereizt werden und Schmerzen verursachen.
Typisch sind Beschwerden:
- direkt über dem Schambein
- in der Leiste
- im unteren Becken
- teilweise ausstrahlend in Oberschenkel oder Rücken
Ursachen von Symphysenschmerzen
Mehrere Faktoren können die Beschwerden begünstigen:
- hormonelle Lockerung des Beckenrings
- zunehmendes Gewicht des Babys
- veränderte Körperhaltung
- schwächere Rumpf- und Beckenbodenmuskulatur
- frühere Beckenverletzungen
- Mehrlingsschwangerschaft
Oft treten die Schmerzen ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel auf, können jedoch bereits früher beginnen.
Typische Symptome
Viele Schwangere berichten über:
- stechende Schmerzen am Schambein
- Schmerzen beim Gehen
- Beschwerden beim Treppensteigen
- Schmerzen beim Umdrehen im Bett
- Schwierigkeiten beim Einsteigen ins Auto
- Schmerzen beim Anziehen einer Hose im Stehen
- Knacken oder Reiben im Beckenbereich
Je einseitiger du dein Gewicht verlagerst, desto stärker können die Beschwerden werden.
Wann solltest du ärztlichen Rat einholen?
Symphysenschmerzen sind meist harmlos. Dennoch solltest du deine Ärztin oder Hebamme kontaktieren, wenn
- die Schmerzen plötzlich sehr stark werden,
- du kaum noch laufen kannst,
- Fieber hinzukommt,
- Blutungen auftreten,
- Taubheitsgefühle oder Lähmungserscheinungen entstehen.
So können andere Ursachen ausgeschlossen werden.
Was hilft bei Symphysenschmerzen?
Symphysenschmerzen aus Sicht der Physiotherapie – warum Stabilität wichtiger ist als Schonung
Viele Schwangere reagieren auf Symphysenschmerzen verständlicherweise mit möglichst viel Ruhe. Kurzfristig kann das die Beschwerden zwar lindern – langfristig führt dauerhafte Schonung jedoch häufig dazu, dass die stabilisierende Muskulatur weiter abbaut. Genau diese Muskulatur ist aber entscheidend, um dein Becken im Alltag zu entlasten.
Aus physiotherapeutischer Sicht geht es deshalb nicht darum, Schmerzen zu ignorieren oder sich zu überfordern. Vielmehr ist das Ziel, den Beckenring durch gezielte Bewegung zu stabilisieren und die natürliche Zusammenarbeit von Beckenboden, Bauch-, Rücken- und Gesäßmuskulatur zu fördern.
Gerade der Beckenboden spielt dabei eine zentrale Rolle. Er arbeitet wie ein Teil eines stabilisierenden Teams gemeinsam mit der tiefen Bauchmuskulatur (Musculus transversus abdominis), der Rückenmuskulatur und dem Zwerchfell. Funktionieren diese Muskeln gut zusammen, wird das Becken bei jeder Bewegung besser geführt und die Belastung auf die Symphyse kann reduziert werden.
Ebenso wichtig ist jedoch die Beweglichkeit. Ein dauerhaft angespannter Beckenboden oder verspannte Hüft- und Gesäßmuskeln können die Beschwerden sogar verstärken. Deshalb gehören zur Behandlung immer beide Komponenten: gezielte Aktivierung und bewusste Entspannung.
In der Physiotherapie gilt deshalb häufig der Grundsatz:
So viel Bewegung wie möglich – so wenig Belastung wie nötig.
Das bedeutet konkret:
-
Bleibe im Alltag aktiv, ohne deine Schmerzgrenze zu überschreiten.
-
Bevorzuge gleichmäßige Bewegungen und vermeide ruckartige Belastungen.
-
Kräftige gezielt Beckenboden, Gesäß und Rumpf.
-
Ergänze dein Training durch regelmäßige Mobilisationsübungen.
-
Gönne deinem Körper ausreichend Erholungsphasen, ohne vollständig auf Bewegung zu verzichten.
Viele Frauen berichten bereits nach wenigen Wochen von einer deutlichen Verbesserung, wenn sie ihre Bewegungsgewohnheiten anpassen und regelmäßig stabilisierende Übungen durchführen.
Unser Tipp: Sieh Bewegung nicht als Belastung, sondern als Teil der Therapie. Mit den richtigen Übungen kannst du deinem Körper helfen, das Becken zu stabilisieren und den Alltag trotz Symphysenschmerzen wieder angenehmer zu gestalten.
1. Belastung reduzieren
Vermeide Bewegungen, bei denen du das Gewicht nur auf ein Bein verlagerst.
Dazu gehören beispielsweise:
- langes Stehen
- Treppensteigen
- schweres Heben
- schnelles Drehen
2. Beide Beine möglichst gleichzeitig bewegen
Besonders hilfreich ist:
- beim Aussteigen aus dem Auto
- beim Einsteigen ins Bett
- beim Umdrehen im Bett
- beim Aufstehen
Halte die Knie möglichst zusammen und bewege beide Beine gleichzeitig.
3. Beckenboden bewusst aktivieren
Ein gut funktionierender Beckenboden stabilisiert gemeinsam mit Bauch- und Rückenmuskulatur den Beckenring.
Wichtig ist jedoch:
Der Beckenboden sollte nicht dauerhaft angespannt, sondern gezielt aktiviert und anschließend wieder entspannt werden.
👉 Lies dazu auch unseren Artikel Beckenbodentraining in der Schwangerschaft.
4. Sanfte Mobilisation
Komplette Schonung hilft selten. Viel besser sind regelmäßige, sanfte Bewegungen.
Geeignet sind:
- Beckenkreisen
- Katzenbuckel und Pferderücken
- Hüftmobilisation
- Atemübungen
- leichte Dehnungen
👉 In unserem Artikel Mobilisation in der Schwangerschaft findest du passende Übungen für jeden Tag.
5. Geeignete Bewegung
Diese Sportarten gelten meist als gut verträglich:
- Spaziergänge
- Schwimmen
- Schwangerschaftsyoga
- Aquafitness
- leichtes Krafttraining
- Schwangerschaftsgymnastik
Falls du noch unsicher bist, welche Sportarten geeignet sind, findest du mehr Informationen in unserem Ratgeber Sport in der Schwangerschaft oder buche direkt einen Platz in unserem beliebten Schwanger in Balancekurs.
Diese Übungen können helfen
Kniebeugen an der Wand
- Rücken an die Wand lehnen
- langsam in die Knie gehen
- Beckenboden beim Aufrichten aktivieren
- 8–10 Wiederholungen
Seitliches Beinheben
Diese Übung stärkt die Gesäßmuskulatur und verbessert die Beckenstabilität.
- Seitenlage
- oberes Bein langsam anheben
- langsam absenken
- 10–15 Wiederholungen je Seite
Beckenkippen
Im Vierfüßlerstand:
- Rücken langsam rund machen
- anschließend leicht ins Hohlkreuz gehen
- ruhig weiteratmen
- 10 Wiederholungen
Atemübung
Lege beide Hände auf den unteren Bauch.
Atme tief in den Bauch ein.
Beim Ausatmen den Beckenboden sanft anheben.
Nicht pressen.
Was solltest du vermeiden?
Verzichte möglichst auf:
- Sprünge
- Joggen bei starken Beschwerden
- schweres Krafttraining
- ruckartige Bewegungen
- langes Sitzen mit übereinandergeschlagenen Beinen
- einseitige Belastungen
Kann ein Beckengurt helfen?
Bei stärkeren Beschwerden kann ein Beckengurt das Becken zusätzlich stabilisieren.
Dieser sollte jedoch individuell angepasst werden. Sprich hierzu mit deiner Hebamme oder einer Physiotherapeutin.
Verschwinden Symphysenschmerzen nach der Geburt?
In den meisten Fällen ja.
Nach der Geburt normalisiert sich der Hormonhaushalt wieder und die Bänder gewinnen nach und nach an Stabilität.
Dennoch braucht dein Körper Zeit.
Ein gezieltes Rückbildungstraining unterstützt die Stabilität des Beckens und hilft vielen Frauen dabei, beschwerdefrei in den Alltag zurückzufinden.
FAQ
Sind Symphysenschmerzen gefährlich?
Nein. Sie sind unangenehm, stellen aber in den meisten Fällen keine Gefahr für dein Baby dar.
Darf ich mit Symphysenschmerzen spazieren gehen?
Ja. Moderate Bewegung ist meist sinnvoll. Passe Tempo und Strecke an deine Beschwerden an.
Kann ich trotz Symphysenschmerzen normal entbinden?
Ja. Symphysenschmerzen allein sind normalerweise kein Grund für einen Kaiserschnitt. Sprich deine Beschwerden frühzeitig mit deinem Geburtsteam ab.
Helfen Beckenbodenübungen?
Ja. Richtig ausgeführt verbessern sie die Stabilität des Beckens. Wichtig ist jedoch auch die bewusste Entspannung des Beckenbodens.
Wann verschwinden die Beschwerden?
Bei den meisten Frauen bessern sich die Schmerzen innerhalb weniger Wochen oder Monate nach der Geburt deutlich.
Fazit
Symphysenschmerzen gehören zu den häufigen Beschwerden in der Schwangerschaft. Durch die hormonelle Lockerung des Beckens entstehen Schmerzen im Bereich des Schambeins, die den Alltag erschweren können. Mit gezielter Bewegung, einer guten Beckenbodenfunktion, sanfter Mobilisation und kleinen Anpassungen im Alltag lassen sich die Beschwerden jedoch häufig deutlich lindern. Höre auf deinen Körper und hole dir bei starken oder anhaltenden Schmerzen Unterstützung durch deine Hebamme, Ärztin oder einen spezialisierten Physiotherapeuten.
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Die besten Übungen für die Schwangerschaft – sicher trainieren in jedem Trimester
Herzlichen Glückwunsch! Du bist schwanger und das ist eine aufregende Zeit. Aber lass uns gleich zur Sache kommen: Bewegung ist in dieser Phase nicht nur wichtig, sie ist entscheidend. Egal, in welcher Schwangerschaftswoche du dich befindest, es gibt sichere Übungen, die dir helfen, fit zu bleiben und dich auf die bevorstehenden Herausforderungen vorzubereiten. Falls du dich zunächst allgemein informieren möchtest, welche Sportarten in der Schwangerschaft empfohlen werden und worauf du achten solltest, findest du dazu einen ausführlichen Beitrag in unserem Ratgeber zum Sport in der Schwangerschaft.
Trimester 1: Fundament legen
Im ersten Trimester geht es darum, dein Fundament zu stärken. Du bist vielleicht noch nicht ganz sicher, wie dein Körper auf die Veränderungen reagiert, aber das ist kein Grund, sich zurückzulehnen. Hier sind die Übungen, die du unbedingt in deinen Alltag integrieren solltest:
Kraftvolles Gehen
Geh regelmäßig spazieren. Es ist einfach, effektiv und hält deinen Kreislauf in Schwung. Setze dir ein Ziel: 30 Minuten täglich. Keine Ausreden.
Kniebeugen mit Ausatmung
Diese Übung stärkt deine Beine und deinen Beckenboden. Achte darauf, beim Hochkommen auszuatmen. Mach 3 Sätze à 10 Wiederholungen. Du wirst merken, wie schnell du stärker wirst.
👉 Wie du deinen Beckenboden richtig aktivierst, erfährst du in unserem ausführlichen Artikel zum Beckenbodentraining in der Schwangerschaft.
Beine heben in Seitenlage
Leg dich auf die Seite und hebe deine Beine. Diese Übung stärkt die seitlichen Oberschenkelmuskeln und hilft dir, die Stabilität zu verbessern. 3 Sätze à 15 Wiederholungen pro Seite sind hier das Ziel.
Trimester 2: Stabilität und Kraft
Im zweiten Trimester wird es Zeit, den Beckenboden in deinen Übungen in den Fokus zu rücken. Dein Körper verändert sich, und du musst ihn unterstützen.
Beckenbodenübungen
Lerne, deinen Beckenboden aktiv zu heben und zu entspannen. Das ist entscheidend für eine reibungslose Geburt. Wiederhole die Kniebeugen und integriere nun bewusst die Beckenbodenaktivität dazu.
👉 Falls dir das Anspannen oder Entspannen schwerfällt, findest du im Beitrag Beckenboden in der Schwangerschaft eine Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Mobilisation
Integriere sanfte Mobilisationsübungen für deinen Rücken und deine Hüften. Das hält dich beweglich und beugt Verspannungen vor. 10 Minuten täglich sind hier ein Muss.
Hast du bereits Rücken- oder Beckenschmerzen? Dann empfehlen wir dir zusätzlich unsere Schwanger in Balance-Kurse.
Trimester 3: Flexibilität und Vorbereitung
Im dritten Trimester geht es darum, die Intensität etwas zu reduzieren, aber nicht die Effektivität. Dein Körper hat viel geleistet, und jetzt ist es wichtig, ihn weiterhin zu unterstützen, ohne ihn zu überlasten.
Beckenbodenübungen
Halte die Übungen aus dem zweiten Trimester bei, achte jedoch darauf, deinen Beckenboden nicht dauerhaft anzuspannen. Die bewusste Entspannung ist ebenso wichtig wie die Aktivierung. Mehr dazu liest du in unserem Artikel über die Entspannung des Beckenbodens vor der Geburt.
Sanfte Mobilisation
Bleibe bei den Mobilisationsübungen, reduziere aber die Intensität. Höre auf deinen Körper und passe die Übungen an, wenn nötig. 5–10 Minuten täglich sind ideal.
Für deine Mobilisation in der Schwangerschaft findest du hier dein 20-minütiges Alltags-Video zur Mobilisation in der Schwangerschaft, das dich optimal durch den Alltag begleitet.
Allgemeine Tipps
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Höre auf deinen Körper. Wenn sich etwas nicht gut anfühlt, höre auf.
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Trinke ausreichend Wasser, besonders wenn du aktiv bist.
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Bevor du mit einem neuen Trainingsprogramm beginnst, solltest du Rücksprache mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder deiner Hebamme halten.
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Achte auf ausreichend Erholung und eine ausgewogene Ernährung. Tipps dazu findest du auch in unserem Bereich Ernährung in der Schwangerschaft.
FAQ
Welche Übungen sind in der Schwangerschaft erlaubt?
Geeignet sind Spaziergänge, Beckenbodenübungen, Mobilisationsübungen sowie leichtes Krafttraining mit kontrollierter Belastung. Voraussetzung ist eine unkomplizierte Schwangerschaft und die Freigabe durch den Arzt oder die Hebamme.
Wie oft sollte man in der Schwangerschaft Sport machen?
Empfohlen werden etwa 150 Minuten Bewegung pro Woche. Das entspricht beispielsweise 30 Minuten an fünf Tagen.
Welche Sportarten sind in der Schwangerschaft ungeeignet?
Kontaktsportarten, Sportarten mit hohem Sturzrisiko sowie intensives Training mit Überhitzung oder hoher Verletzungsgefahr sollten vermieden werden. Mehr dazu findest du in unserem Beitrag Welche Sportarten sind in der Schwangerschaft erlaubt?
Ist Krafttraining in der Schwangerschaft erlaubt?
Ja, moderates Krafttraining mit angepasster Intensität kann Muskulatur, Rücken und Beckenboden stärken und Beschwerden vorbeugen.
Warum sind Beckenbodenübungen in der Schwangerschaft wichtig?
Ein trainierter Beckenboden unterstützt die Körperhaltung, entlastet den Rücken, kann Inkontinenz vorbeugen und bereitet den Körper auf die Geburt und die Zeit danach vor.
Fazit
Schwangerschaft ist kein Grund, sich zurückzulehnen. Es ist eine Gelegenheit, deinen Körper zu stärken und dich auf das Abenteuer der Mutterschaft vorzubereiten. Mit den richtigen Übungen kannst du fit bleiben und gleichzeitig deinem Baby einen gesunden Start ins Leben ermöglichen.
Nach der Geburt beginnt ein neuer Trainingsabschnitt. Damit du sicher wieder in Bewegung kommst, empfehlen wir dir unseren Leitfaden zur Regeneration nach der Geburt.
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Beckenboden entspannen vor der Geburt: Warum Loslassen genauso wichtig ist wie Training
Viele Schwangere konzentrieren sich während der Schwangerschaft darauf, ihren Beckenboden zu kräftigen. Das ist sinnvoll – doch kurz vor der Geburt rückt ein anderer Aspekt in den Mittelpunkt: die Fähigkeit, den Beckenboden bewusst zu entspannen.
Ein kräftiger Beckenboden allein reicht nicht aus. Für eine natürliche Geburt muss die Muskulatur auch nachgeben können. Das bewusste Loslassen kann den Geburtsverlauf unterstützen, den Druck auf das Gewebe reduzieren und dazu beitragen, dass sich das Baby leichter durch den Geburtskanal bewegen kann.
In diesem Artikel erfährst du, warum Entspannung für den Beckenboden so wichtig ist, welche Übungen helfen und wie du dich optimal auf die Geburt vorbereitest.
Warum ein entspannter Beckenboden für die Geburt wichtig ist
Der Beckenboden bildet den unteren Abschluss des Beckens und trägt während der Schwangerschaft das zunehmende Gewicht von Baby, Fruchtwasser und Gebärmutter.
Während der Geburt übernimmt er jedoch eine andere Aufgabe: Er muss sich dehnen und öffnen. Nur wenn die Muskulatur ausreichend nachgeben kann, entsteht Platz für das Baby.
Ist der Beckenboden dauerhaft angespannt, kann das Loslassen schwerer fallen. Viele Frauen halten unbewusst Spannung im Becken, insbesondere bei Stress oder Unsicherheit. Deshalb gehört das bewusste Entspannen genauso zur Geburtsvorbereitung wie das Training der Muskulatur.
Was passiert mit dem Beckenboden während der Geburt?
Während der Austreibungsphase wird der Beckenboden stark gedehnt. Die Muskeln verlängern sich erheblich, damit das Baby den Geburtskanal passieren kann.
Gleichzeitig sorgen Schwangerschaftshormone wie Relaxin dafür, dass Bänder und Gewebe elastischer werden. Diese natürliche Vorbereitung wird durch gezielte Entspannungsübungen sinnvoll ergänzt.
Je besser du deinen Beckenboden wahrnehmen kannst, desto leichter fällt es dir häufig, zwischen Anspannung und Entspannung zu wechseln – eine wichtige Fähigkeit während der Wehen.
Anzeichen für einen verspannten Beckenboden
Ein verspannter Beckenboden verursacht nicht immer Beschwerden. Mögliche Hinweise können sein:
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Druckgefühl im Becken
-
Schmerzen beim Sitzen
-
Verspannte Gesäßmuskulatur
-
Schwierigkeiten beim vollständigen Entspannen
-
Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
-
häufiges unbewusstes Anspannen des Bauches oder Gesäßes
Nicht jede Schwangere mit diesen Beschwerden hat einen verspannten Beckenboden. Bei anhaltenden Schmerzen oder Unsicherheiten solltest du deine Hebamme oder deine Frauenärztin beziehungsweise deinen Frauenarzt ansprechen.
Die besten Übungen zur Entspannung des Beckenbodens
1. Bauchatmung
Setze oder lege dich bequem hin.
Lege eine Hand auf deinen Bauch.
Atme langsam durch die Nase ein.
Spüre, wie sich Bauch, Rippen und Becken sanft ausdehnen.
Lasse beim Ausatmen bewusst jede Spannung los.
Wiederhole dies fünf bis zehn Minuten.
2. Becken hoch lagern in Rückenlage (wenn medizinisch unbedenklich)
Diese Position entlastet den Beckenboden sofort.
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Lege dich auf den Rücken
-
Ein kleines Kissen unter deinem Becken
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ruhig weiteratmen
-
Gerne deine Füße auch hoch lagern.
Bei Beschwerden oder wenn deine Hebamme bzw. Ärztin davon abrät, solltest du diese Übung nicht durchführen.
3. Schmetterlingssitz
Setze dich auf den Boden.
Lege die Fußsohlen aneinander.
Lasse die Knie locker nach außen sinken.
Atme ruhig und entspanne den Beckenboden bewusst.
4. Beckenkreisen auf dem Gymnastikball
Ein Gymnastikball kann Verspannungen lösen und das Becken mobilisieren.
Lasse das Becken langsam kreisen.
Atme gleichmäßig.
Führe die Bewegung zwei bis drei Minuten in beide Richtungen aus.
5. Visualisierung
Viele Frauen profitieren von inneren Bildern.
Stelle dir beispielsweise vor,
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dein Becken öffnet sich wie eine Blüte,
-
dein Beckenboden wird weich und elastisch,
-
dein Baby findet seinen Weg nach unten.
Diese Technik wird häufig auch in Geburtsvorbereitungskursen eingesetzt.
Die richtige Atmung zum Loslassen
Die Atmung beeinflusst die Spannung im gesamten Körper.
Eine ruhige, tiefe Bauchatmung kann helfen, den Beckenboden bewusst zu entspannen.
Versuche,
-
langsam durch die Nase einzuatmen,
-
länger aus- als einzuatmen,
-
Schultern und Kiefer locker zu lassen.
Viele Hebammen empfehlen, den Kiefer bewusst zu entspannen. Ein lockerer Kiefer kann sich positiv auf die Entspannung des Beckenbodens auswirken.
Geburtspositionen, die den Beckenboden entlasten
Nicht jede Geburtsposition fühlt sich für jede Frau gleich gut an. Häufig als angenehm empfunden werden:
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Vierfüßlerstand
-
Seitenlage
-
aufrechter Stand
-
Hocken (wenn medizinisch geeignet)
Diese Positionen können das Becken öffnen und den Druck auf den Beckenboden sinnvoll verteilen.
Häufige Fehler bei der Geburtsvorbereitung
Viele Schwangere konzentrieren sich ausschließlich auf Kraftübungen.
Dabei wird häufig vergessen:
-
Entspannung ist trainierbar.
-
Pressen ist nicht gleich Anspannen.
-
Die Atmung sollte ruhig bleiben.
-
Ein lockerer Kiefer unterstützt das Loslassen.
-
Auch Pausen gehören zum Training.
Das Ziel ist ein Beckenboden, der sowohl Kraft als auch Flexibilität besitzt.
Fazit
Ein gesunder Beckenboden ist stark, beweglich und vor allem entspannungsfähig. Kurz vor der Geburt steht daher nicht mehr das Kräftigen, sondern das bewusste Loslassen im Vordergrund.
Mit Atemübungen, sanften Mobilisationsübungen und regelmäßigen Entspannungseinheiten kannst du lernen, deinen Beckenboden besser wahrzunehmen und Vertrauen in deinen Körper zu entwickeln. So schaffst du gute Voraussetzungen für eine selbstbestimmte und möglichst entspannte Geburt. Wie du diese Techniken erlernen kannst, erfährst du in unserem Schwanger in Balance-Kursen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wann sollte ich mit der Entspannung des Beckenbodens beginnen?
Viele Hebammen empfehlen, den Fokus ab dem letzten Schwangerschaftsdrittel zunehmend auf Entspannung und Beweglichkeit zu legen. Welche Übungen für dich geeignet sind, hängt jedoch von deinem individuellen Schwangerschaftsverlauf ab.
Kann ein zu angespannter Beckenboden die Geburt erschweren?
Ein Beckenboden, der sich nur schwer entspannen lässt, kann das Nachgeben der Muskulatur während der Geburt erschweren. Ziel ist jedoch nicht ein „schlaffer“, sondern ein gut koordinierter Beckenboden, der sowohl anspannen als auch loslassen kann.
Helfen Atemübungen wirklich?
Ja. Eine ruhige, tiefe Atmung kann Muskelspannung reduzieren und unterstützt viele Frauen dabei, während der Wehen bewusst loszulassen.
Ist Beckenbodentraining kurz vor der Geburt noch sinnvoll?
Ja, allerdings sollte der Schwerpunkt in den letzten Schwangerschaftswochen zunehmend auf Wahrnehmung, Beweglichkeit und Entspannung liegen. Ob und wie intensiv du trainierst, solltest du bei Unsicherheiten mit deiner Hebamme oder deiner Frauenärztin beziehungsweise deinem Frauenarzt besprechen.
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Beckenbodentraining in der Schwangerschaft: So aktivierst du deinen Beckenboden richtig
Während der Schwangerschaft leistet dein Körper jeden Tag Erstaunliches. Besonders dein Beckenboden trägt dabei eine große Verantwortung: Er stützt die wachsende Gebärmutter, trägt das zunehmende Gewicht deines Babys und spielt später eine entscheidende Rolle bei der Geburt sowie der Rückbildung.
Viele Schwangere hören zwar den Rat, den Beckenboden zu trainieren, wissen jedoch nicht genau, wie sie diesen Muskel überhaupt bewusst ansteuern können. Die gute Nachricht: Mit etwas Übung lernst du, deinen Beckenboden gezielt zu aktivieren – und schaffst damit eine wichtige Grundlage für eine gesunde Schwangerschaft, eine erleichterte Geburt und eine schnellere Regeneration danach.
Warum ist der Beckenboden in der Schwangerschaft so wichtig?
Der Beckenboden besteht aus mehreren Muskelschichten, die wie eine elastische Hängematte das Becken nach unten abschließen. Er unterstützt die Blase, die Gebärmutter und den Darm und sorgt dafür, dass diese Organe an ihrem Platz bleiben.
Während der Schwangerschaft wird diese Muskulatur besonders stark beansprucht. Das zusätzliche Gewicht des Babys, hormonelle Veränderungen und der steigende Druck auf den Beckenboden können die Muskulatur schwächen.
Ein gut trainierter Beckenboden kann dabei helfen,
-
Rückenschmerzen vorzubeugen,
-
die Körperhaltung zu verbessern,
-
die Blase besser zu kontrollieren,
-
das Risiko einer Belastungsinkontinenz zu reduzieren,
-
den Körper auf die Geburt vorzubereiten,
-
die Rückbildung nach der Geburt zu erleichtern.
Was passiert mit dem Beckenboden während der Schwangerschaft?
Mit jeder Schwangerschaftswoche nimmt die Belastung auf den Beckenboden zu. Gleichzeitig sorgen Schwangerschaftshormone wie Relaxin dafür, dass Bänder und Gewebe weicher und elastischer werden. Das ist wichtig für die Geburt, kann aber auch dazu führen, dass der Beckenboden weniger Stabilität bietet.
Deshalb ist es sinnvoll, die Muskulatur regelmäßig sanft zu aktivieren – nicht mit maximaler Kraft, sondern mit gezielten und kontrollierten Übungen.
So findest und aktivierst du deinen Beckenboden

Viele Frauen spannen beim Beckenbodentraining versehentlich Bauch, Gesäß oder Oberschenkel an. Entscheidend ist jedoch, die tiefe Beckenbodenmuskulatur gezielt wahrzunehmen.
Schritt 1: Eine entspannte Ausgangsposition wählen
Lege dich auf den Rücken oder setze dich aufrecht auf einen Stuhl. Atme ruhig und gleichmäßig.
Schritt 2: Bewusst wahrnehmen
Stelle dir vor, du hast einen Reißverschlus vom Steißbein bis zum Schambein welchen du sanft schließt, oder du möchtest gleichzeitig den Urinstrahl und Darmwind sanft anhalten. Die Muskulatur hebt sich dabei leicht nach innen und oben.
Wichtig: Diese Vorstellung dient ausschließlich dazu, die richtige Muskulatur zu finden. Unterbrich den Urinfluss niemals regelmäßig beim Wasserlassen, da dies die natürliche Blasenfunktion beeinträchtigen kann.
Schritt 3: Mit der Atmung verbinden
Atme tief in den Bauch ein.
Beim Ausatmen spannst du den Beckenboden sanft an und ziehst ihn leicht nach innen oben.
Beim Einatmen lässt du die Muskulatur wieder vollständig los.
Gerade dieses bewusste Entspannen ist genauso wichtig wie das Anspannen.
Die besten Beckenbodenübungen für Schwangere
1. Sanfte Grundspannung
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bequem sitzen oder liegen
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ausatmen
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Beckenboden sanft anheben
-
fünf Sekunden halten
-
vollständig entspannen
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zehn Wiederholungen
2. Aktivierung im Vierfüßlerstand
Der Vierfüßler ist eine gute Position um den BEckenboden zu erspüren und zu trainieren.
Beim Ausatmen den Beckenboden sanft aktivieren.
Beim Einatmen wieder lösen.
Diese Übung eignet sich hervorragend für das tägliche Training.
3. Aktivierung im Alltag
Beckenbodentraining muss nicht immer eine separate Trainingseinheit sein.
Aktiviere deinen Beckenboden beispielsweise:
-
vor dem Husten,
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beim Niesen,
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vor dem Aufstehen,
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beim Heben leichter Gegenstände,
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beim Treppensteigen.
Dadurch wird die Muskulatur automatisch in alltägliche Bewegungen integriert.
Häufige Fehler beim Beckenbodentraining
Viele Schwangere machen unbewusst einige typische Fehler:
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zu stark pressen statt sanft anspannen,
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Gesäß oder Bauch anspannen,
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die Luft anhalten,
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nie vollständig entspannen,
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unregelmäßig trainieren.
Qualität ist deutlich wichtiger als Kraft oder Dauer.
Wie oft solltest du trainieren?
Bereits fünf bis zehn Minuten täglich reichen aus, um deinen Beckenboden gezielt zu stärken.
Ideal sind kurze Übungseinheiten, die regelmäßig durchgeführt werden. Mehrere kleine Trainingseinheiten über den Tag verteilt sind oft effektiver als eine lange Einheit pro Woche.
Wann solltest du auf Beckenbodentraining verzichten?
In den meisten unkomplizierten Schwangerschaften ist sanftes Beckenbodentraining problemlos möglich.
Sprich jedoch vorher mit deiner Frauenärztin, deinem Frauenarzt oder deiner Hebamme, wenn
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eine Risikoschwangerschaft besteht,
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vorzeitige Wehen auftreten,
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Blutungen vorhanden sind,
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dein Arzt oder deine Ärztin körperliche Schonung empfohlen hat.

Fazit
Ein bewusster und gut trainierter Beckenboden unterstützt dich während der gesamten Schwangerschaft und darüber hinaus. Er hilft deinem Körper, das zunehmende Gewicht besser zu tragen, kann Beschwerden vorbeugen und bereitet dich optimal auf Geburt und Rückbildung vor.
Das Wichtigste dabei ist nicht möglichst viel Kraft, sondern die richtige Technik. Schon wenige Minuten tägliches Training reichen aus, um deinen Beckenboden gezielt zu aktivieren und langfristig zu stärken.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ab wann sollte ich mit dem Beckenbodentraining beginnen?
Grundsätzlich kannst du bereits zu Beginn der Schwangerschaft mit sanften Übungen starten, sofern keine medizinischen Gründe dagegen sprechen.
Kann ich meinen Beckenboden täglich trainieren?
Ja. Kurze tägliche Einheiten von fünf bis zehn Minuten sind ideal und unterstützen den Muskelaufbau nachhaltig.
Ist Entspannung genauso wichtig wie Anspannung?
Ja. Ein gesunder Beckenboden muss sowohl anspannen als auch vollständig entspannen können. Beides ist wichtig für die Geburt und die spätere Rückbildung.
Kann Beckenbodentraining eine Geburt erleichtern?
Ein gut wahrnehmbarer und trainierter Beckenboden kann dir helfen, die Muskulatur während der Geburt bewusster einzusetzen und anschließend schneller zu regenerieren. Er ersetzt jedoch keine Geburtsvorbereitung und garantiert keinen bestimmten Geburtsverlauf.
